Zufriedenheit

 

Zufrieden sein heißt, sich so annehmen, wie man ist; nicht andere als Maßstab nehmen, sondern die eigenen Fähigkeiten erkennen und bewußt stärken. Zufrieden sein heißt aber auch, das rechte Maß in sich selbst zu tragen und nicht die anderen als Meßlatte zu sehen, an der man sich selbst mißt.

Zufriedenheit ist auch ein Teil der Erkenntnis in Bezug auf die göttlichen Gesetze.

Denn, wenn man erkannt hat, daß das, was wir hier an materiellen Gütern ansammeln, in Bezug auf unseren geistigen Fortschritt doch recht unerheblich ist und nur bleibende Werte, wie Liebe, Harmonie,

Frieden usw., uns geistig fortschreiten lassen, dann haben wir begonnen, in uns den Zustand der Zufriedenheit aufzubauen.

Aber wie sieht es denn bei den meisten Menschen aus?

Sie wollen haben, haben, haben, alles, was der Nachbar hat, müssen sie auch haben. Wenn möglich, immer noch eine Wertklasse höher steigen, als der Nachbar sie hat. Es ist auch gar nicht so wichtig, ob man einen Gegenstand nun unbedingt braucht, der Nachbar hat ihn, das ist Grund genug.

Schauen wir einmal, welch ein Prunk mit Kleidung und Schmuck getrieben wird. Es gibt viele Menschen, die müssen sich ständig etwas Neues zum Anziehen kaufen. Ja, viele wollen nicht die gleiche Bekleidung zweimal hintereinander auf Festlichkeiten anziehen, weil sie Angst haben, von anderen als einfallslos oder als nicht so gut begütert eingestuft zu werden.

Welch eine Denkweise, glauben sie denn, daß sie mehr darstellen und zufriedener werden, wenn sie sich ständig in etwas Neuem zeigen?

Nein, das Gegenteil wird der Fall sein.

Es wird ihnen immer schwerer fallen etwas Neues zu finden. Sie werden älter, die Auswahl wird immer schwerer. Vielleicht werden die Schmuckstücke im Alter größer, um vom natürlichen Alterungsprozeß abzulenken, aber zufriedener werden diese Menschen sicherlich nicht.

Sie räumen der Materie mehr Macht ein, als ihr zusteht und vernachlässigen ihren geistigen Fortschritt. Warum müssen sich viele Menschen immer so hervortun und ihren materiellen Wohlstand vorführen?

Wenn sie sich unbedingt brüsten wollen und an erster Stelle stehen müssen, dann können sie dies doch im positiveren Sinne und wirklich als Vorbild tun, indem sie die Liebe, die Harmonie und Zufriedenheit vorleben.

Warum müssen wir denn vieles haben, was wir bei unseren Mitmenschen sehen? Warum können wir nicht einmal mit dem zufrieden sein, was wir besitzen?

Dieses Habenwollen, Habenmüssen, erzeugt doch erst den Neid, die Mißgunst, den Haß, die Unzufriedenheit unter den Menschen. Und als schrecklichstes Ergebnis dieser negativen Gedankenformen steht dann der Krieg mit all seinem Leid.

Wir haben mitgewirkt an vielen Kriegen, haben sie gefördert durch unsere negativen Gedankenformen. Auch wenn die Kriege nicht in unserem Land stattfinden, so kann sich das aber sehr schnell ändern wenn wir so weiterleben.

Warum sieht es heute auf unserer Erde so schlecht aus, warum haben wir diese vielen Umweltprobleme?

Unsere Unzufriedenheit hat in erster Linie diese Probleme produziert.

Jeder ist am Raffen, jeder will verdienen, jeder denkt nur an seinen Zeitenlauf, und so wird die Erde ausgebeutet, vergewaltigt, ohne Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt, ohne Rücksicht auf die Luft und das Wasser. Keiner will auf Wohlstand verzichten, alle wollen mehr und immer mehr, und wie ein Vielfraß fressen sich die negativen Gedankenformen, die dabei erzeugt werden, in die Natur ein und

zerstören alles.

Und werden die Menschen dabei zufriedener? Nein, sie werden immer unzufriedener, weil ihnen nichts mehr gut genug, schön genug ist. Sie können sich auf nichts mehr freuen, weil es dann bald nichts mehr geben wird, was ihr Herz erfreuen kann.

Wir können doch überall sehen, wie vergänglich diese Dinge sind, die wir hier auf Erden alle so hoch bewerten. Wo sind denn die ach so herrlichen Fürstentümer geblieben, die mit Gewalt aufgebaut und mit Blut, Schweiß und Folter

bezahlt wurden?

Gehen Sie doch einmal in solch eine Ruine und sehen Sie, wie vergänglich die weltliche Herrschaft ist, und was die Menschen für ein paar Jahre in Prunk, Pracht und Macht aufgegeben haben. Sie haben ihren Weg zu Gott um Jahrtausende, vielleicht um Jahrmillionen verlängert und werden dafür viele, viele Inkarnationen des Ausgleichs leben müssen.

Lassen Sie uns alle aus diesen eindringlichen Mahnmalen der Vergangheit lernen und zufriedener und genügsamer werden.

Warum schaffen sich viele Menschen immer mehr Wohlstand, Güter und Reichtum an? Es macht doch nur Arbeit, es bindet, und die Angst, diesen Wohlstand zu verlieren, wird mit steigendem Besitz nur noch größer.

Warum begreifen sie denn nicht, daß sie aus der Grobstofflichkeit nichts mit hinüberretten können ins geistige Reich?

Warum müssen sie immer alles haben, was der andere hat, das macht sie doch auch nicht glücklicher?

Viele Menschen statten ihre weltlichen Räume prunkvoll aus. Da werden die teuersten Tapeten, Teppiche und Möbel angeschafft, erlesene Einzelstücke gekauft und alles so eingerichtet, daß man glänzen kann, mit seinem Geschmack, mit seinem Besitz, mit seiner Stellung. Die Räume sind gut temperiert und hervorragend bis in die letzten Winkel hell ausgeleuchtet.

Schauen wir uns nun einmal an, wie diese Menschen die Räume in ihren Herzen eingerichtet haben:

Die Wände sind mit den billigsten Tapeten ausgestattet, auf dem Fußboden fehlt der Teppichbelag ganz, die Möblierung ist spartanisch, und leere Apfelsinenkisten dienen als Sitzgelegenheit.

Die Räume sind kalt und ungelüftet, die Beleuchtung völlig unzureichend und jeglicher Blumenschmuck fehlt. Die Türen und Fenster klemmen und lassen sich nur schwer öffnen, die Schlüssel klemmen im Schloß. Glauben diese Menschen, die selbst im Wohlstand leben, daß sich Gott und die geistige Welt in diesen Herzensräumen wohlfühlen werden?

Glauben sie wirklich, daß in solchen Räumen eine Verbindung zur geistigen Welt entstehen kenn, die Liebe zu Gott, wachsen und gedeihen wird?

Nein, in diesen Räumen fühlt sich auch Gott nicht wohl. Diese Räume müssen entrümpelt und mit dem Besten, was wir zu bieten haben, ausgestattet werden. Und was ist nun das Beste, das wir Menschen Gott bieten können? Herzenswärme, Selbstlose Liebe, Glauben, Vertrauen, Zufriedenheit, das Gebet.

Das sind die Werkzeuge, die wir anwenden und leben müssen, damit unsere Herzensräume in einer prunkvollen Ausstattung sind und strahlendes Licht diese Räume erfüllt. Dann werden sich Gott und die geistige Welt in diesen Räumen wohlfühlen, und die göttlichen Energien werden uns spürbar durchfließen.

Fangen wir an, unsere Herzensräume zu renovieren und prunkvoll auszustatten, damit Gott mit seiner Herrlichkeit darin einziehen kann.

Hilfreich auf unserem Weg ist auch, wenn wir viel in die Natur gehen und uns aufladen mit der positiven Kraft der Pflanzen, der Luft und des Wassers. Noch ist sie an vielen Stellen positiv und bleibt es auch. Ja, es wird sogar besser, wenn wir, die Menschen, uns endlich besinnen und die Gebote Gottes beachten. Lassen wir doch die Schönheiten der Natur mehr auf uns wirken.

Schauen wir die Schönheit einer Blüte an, die Vollkommenheit und Harmonie. Sie besitzt nichts, sie kann auch nichts dazu erwerben, aber sie strahlt in göttlicher Harmonie. Sind wir doch zufrieden, daß wir in diesem Wohlstand und in diesem Land leben dürfen, und geben wir anderen Menschen ab, die nicht das Glück haben, in so einem Wohlstand zu leben.

Stellen wir es uns so vor:

Die Erde verfügt über eine bestimmte Menge an Mineralien, Rohstoffen, Nahrungsmitteln und nutzbaren Energien, die wir mit 100% annehmen wollen. Diese 100% verteilen sich nun sehr ungerecht auf die Völker und die Menschen. Es kann ein Volk nicht seinen Wohlstand vergrößern, ohne einem anderen Volk etwas von seinem Wohlstand zu nehmen.

Denn mehr als 100% gibt es nicht, es kann nur umverteilt werden, zum Nach- oder Vorteil eines Volkes. Die Art der Umverteilung wurde bisher durch Krieg - also Zwangsumverteilung - und Ausbeutung mit all den negativen Folgen vorgenommen. Das konnte und kann erst recht in unserer Zeit ohne starke Beeinträchtigung der Umwelt und auch der Menschen nicht funktionieren.

Heute kann nur Frieden in der Welt entstehen, wenn alle Menschen ein Auskommen haben, und das geht nur, wenn die wohlhabenden Völker freiwillig zugunsten der armen Völker auf einen Teil ihres Wohlstandes verzichten. Das setzt eine Erkenntnis der göttlichen Gesetze, der Fülle und des Ausgleichs voraus, und ein tätiges Leben nach Gottes oberstem Gebot, der selbstlosen Liebe, die nur durch Erkenntnis und nicht durch Zwang in den Menschen entwickelt wird.

Verhalten wir uns nicht passiv zu dem, was um uns herum zur Zeit im Gange ist. Es ist nicht gut, wenn wir nur die Worte des Bedauerns sprechen. Nein, wir alle sind aufgefordert, etwas zu tun, durch Gebete und Liebe zu helfen, daß die Menschen zur Erkenntnis kommen. Verständnis zu haben für die Sorgen der anderen Menschen und versuchen, nach besten Kräften mitzuhelfen, Erleichterung zu schaffen. Eine Last läßt sich durch Umverteilung auf mehrere Schultern leichter tragen. Die geistigen Wesen der Liebe, der Kraft und des Glaubens stehen zur Hilfe bereit, aber sie benötigen den Sog unserer Mithilfe, der ihnen die Kraft verleiht, ändernd einzugreifen.

Wenn wir stehenbleiben und auf unserem Weg nicht nach links und rechts schauen, wird sich auf dieser Welt nichts ändern. Die Verständigung auf der Erde geht nur mit Liebe, und daran mangelt es zurzeit sehr auf der Erde. Fangen wir an, die selbstlose Liebe zu leben. Nur dann werden wir die selbsterzeugten Probleme auf dieser Erde bereinigen und am Plan Gottes in positiver Weise mitwirken können.

Bedenken wir, daß die Zufriedenheit in uns die Voraussetzung ist, damit sich alle anderen positiven Eigenschaften in uns entwickeln können. Die Zufriedenheit ist die Zündung, die den Motor der selbstlosen Liebe in uns in Gang setzt.

Ohne Zufriedenheit werden wir Gottes Licht in uns nicht entzünden können.

 

 

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Wilhelm Horn (Inhaber dieser Seite) ist am 26.10.2013 nach langer und schwerer Krankheit verstorben.