Selbstfindung

 

Was bedeutet das Wort Selbstfindung? Selbstfindung ist ein zusammengesetztes Wort aus Selbst und Findung und bedeutet: Wir selbst, jeder für sich alleine soll sich finden, erkennen und sich so akzeptieren wie er ist. Wir sollen nach innen schauen und erkennen, wer wir sind, was in uns schwingt, und wieder lernen, auf das zu hören, was wir in uns tragen. Wir müssen aber auch unterscheiden lernen zwischen unserer inneren Stimme und unserem Ego. Bevor es aber soweit ist, daß wir uns wirklich selbst erkennen, selbst finden, bedarf es viel Mühe und Arbeit, denn wir müssen eine innerliche Inventur machen, wir müssen aufräumen. Wir müssen tief in uns hineinschauen, wir müssen wissen, daß das Gebet zu Gott, der Glaube an Gott und die Liebe, die Nächstenliebe, der Weg sind, den wir gehen müssen, wenn wir uns geistig weiterentwickeln möchten. Wir müssen versuchen zu erkennen, welche Muster wir tief in uns geprägt haben, die dem entgegenstehen oder behindernd wirken. Das können sein alle Arten von Sucht, Rauchen, Trinken, alles, was übertrieben wird und abhängig macht. Auch Geiz ist eine Sucht, nämlich immer mehr zu bekommen, sich selbst und andere zu beschränken, damit das Geld oder die materiellen Güter immer mehr werden. Auch übertriebene Liebe kann eine Sucht sein, denn sie bindet andere und macht es ihnen schwer, sich zu lösen. Traurigkeit, zu wenig Selbstbewußtsein, negative Lebenseinstellung, Angst vor Krankheit usw. sind alles Dinge, die unserer Selbstfindung im Wege stehen und die wir aus uns herausreißen müssen. Dies sind alles Dinge, die uns behindern und uns den Weg zur Selbstfindung blockieren. Wir können unsere wahre Persönlichkeit, unser wahres Sein, unsere göttliche Herkunft nicht erkennen, wenn wir in uns ständig Mauern und Zäune aus falschen oder negativen Gedankenformen errichten, die ein Aufsteigen ein Hervortreten der göttlichen Eigenschaften in uns verhindern. Voraussetzung für unsere Selbstfindung ist, daß wir uns an die drei Wegpfeiler, die immer den Weg zu Gott bestimmen, halten: Glaube, Liebe und Gebet. Mit diesem Rüstzeug können wir in uns aufräumen, alles Negative, alles für uns Hinderliche entfernen, um unser wahres Sein, unsere wahren Fähigkeiten aufzudecken. Stellen wir uns, tief in uns einen See vor, dessen Oberfläche durch unseren Unrat, den wir in uns angesammelt haben, mit Algen bedeckt ist und uns den Blick auf den Grund des Sees verschließt. Wenn wir nun unseren Unrat entfernen, bzw. die Algen von der Oberfläche des Sees abschöpfen, werden wir glasklares Wasser erkennen und können bis auf den Grund schauen. Wir erkennen dann die Wahrheit, und vom Grunde des tief in uns liegenden Sees können die göttlichen Eigenschaften in unser Bewußtsein aufsteigen und wirken, weil nichts mehr in uns vorhanden ist, was sich unseren Augen verschließt. Der Unrat wurde entfernt, die Algen wurden abgeschöpft. Aber denken wir daran, es ist nicht so, daß man denkt, nun möchte ich mich selbst finden, und schon werden alle Vorgänge in uns ausgelöst, die Selbstfindung bewirken. Nein, Selbstfindung bedeutet auch schwere Arbeit, denn wir müssen erst die göttlichen Gesetze und Wirkungen kennen und für uns selbst feststellen, welche Muster wir in uns tragen, die diesen Gesetzen im Wege stehen. Im zweiten Schritt müssen wir versuchen, und das ist harte Arbeit, diese Dinge mit starker Willenskraft und in Liebe zu ändern bzw. aufzulösen. Selbstfindung bedeutet aber vor allem auch, daß wir uns so akzeptieren, wie uns Gott geschaffen hat und nicht unzufrieden sind mit uns, weil wir nicht so viel besitzen wie andere, daß wir nicht so schön sind wie andere, daß wir nicht so klug und selbstbewußt sind wie andere und daß wir in der weltlichen Hierarchie nicht so hoch stehen wie andere. Denken wir daran, daß dies alles Dinge sind, die bei Gott keinen Stellenwert haben, und wenn wir über Schönheit reden, dann sollten wir nur über die Schönheit und Klarheit in uns reden, nicht über die äußere Schönheit, die ist vergänglich und auch nur sehr kurzfristig. Viele Menschen reisen in fernöstliche Länder, sie besuchen Seminar auf Seminar, sie lauschen den Lehren der Gurus und suchen die Selbstfindung. Sie reisen und reisen, sie erweitern ihr Wissen, sie können überall mitreden, aber das ist noch keine Selbstfindung. Selbstfindung ist nur an einem Ort zu finden, in uns, und niemand kann diesen Vorgang für uns vollziehen. Selbstfindung ist an keine Religion, an keine Institution, an keine spezielle Lehre gebunden und kann auch nicht durch Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft erworben werden. Denken wir doch einmal nach, wenn wir wissen, daß der Glaube an Gott, das Gebet zu Gott und die Liebe zu Gott und den Menschen das wichtigste sind, dann haben wir doch schon alles erkannt, was zur Selbstfindunq erforderlich ist, mehr benötigen wir nicht. Kein Mensch und kein Geistwesen kann uns diese Arbeit abnehmen, die wir selbst tun müssen, um uns selbst zu finden, bzw. selbst zu erkennen. Die meisten Menschen kennen doch die Gesetze Gottes, die man in zwei Worte zusammenfassen kann „Nächstenliebe“ und „Frieden“ mehr brauchen wir nicht zu wissen. Leben wir nach diesen Gesetzen, wenden wir sie an, dann wird der Prozeß der Selbstfindung von allein in Gang gesetzt, und aus der Tiefe unseres Unterbewußtseins wird immer mehr Wahrheit und Erkenntnis freigegeben und in unser Tagesbewußtssein einfließen. Wir werden zufriedener, harmonischer und glücklicher leben, je näher wir zur Selbstfindung gelangen, und unsere Wertigkeit wird dann mehr zu den geistigen als zu den materiellen Dingen tendieren. Eine wesentliche Hilfe, den Vorgang der Selbstfindung zu beschleunigen, ist die tägliche Meditation. Es muß keine lange Meditation sein, eine Viertelstunde genügt. Man sollte nur darauf achten, daß die Meditation immer zur gleichen Zeit ausgeführt wird. Natürlich sollte man dazu einen Tageszeitpunkt wählen, wo man ungestört von äußeren Einflüssen ist. Bei diesen Meditationen sollte man versuchen, durch geistige Versenkung (abschalten aller störenden Gedanken) mit der eigenen göttlichen Energie, die in jedem Menschen vorhanden ist, in Verbindung zu kommen. Wenn dieser Kontakt einmal hergestellt ist, werden wir eine Kraft in uns verspüren, die es uns leicht macht, unseren Weg auf dieser Erde erfolgreich zu gehen, und gleichzeitig werden wir auch unseren MitMenschen als Vorbild dienen. Fangen wir an, entrümpeln wir uns von allem Negativen und falschen Mustern, kurzum von allem, was unserer Selbstfindung hinderlich ist. Aber ich möchte es noch einmal ganz deutlich sagen, Voraussetzung zur Selbstfindung ist Ehrlichkeit gegenüber uns selbst. Wir müssen unsere Schwächen annehmen und daran arbeiten, sie aufzulösen. Wir müssen aber auch unsere Stärken erkennen und fördern und sie anwenden zum Wohle anderer Menschen. Wir dürfen auch nicht von Seminar zu Seminar springen, um uns selbst zu finden, um einen Schlüssel zu erhalten, der uns finden läßt, das kann und wird nicht funktionieren. Wir laufen dabei nur Gefahr, zum Dauersuchenden zu werden, und schon alleine das wird der Selbstfindung im Wege stehen. Das Wort Selbstfindung sagt es doch schon deutlich aus, wir, und nur wir selbst sind in der Lage, zu finden, sonst niemand.

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Wilhelm Horn (Inhaber dieser Seite) ist am 26.10.2013 nach langer und schwerer Krankheit verstorben.