Läuterung

 

Wir hören dieses Wort oft von der geistigen Welt, wenn sie sagt, dieseSeele ist noch in der Läuterung. Was bedeutet nun dieses Wort genau? Wenn wir im Duden nachsehen, steht unter "läutern": reinigen, sich von Fehlern befreien. Genau diesen Vorgang meint auch die geistige Welt, wenn sie von der Läuterung spricht.

Um nun den Vorgang der Läuterung zu erklären, wann sie nach dem Tod eines Menschen beginnt, möchte ich mit meinen Erklärungen dort anfangen, wo der Tod eintritt und die Seele in der geistigen Welt ankommt. Wenn nun eine Seele in der geistigen Welt nach ihrem Erwachenwobei diese Zeit bis zum Erwachen von Seele zu Seele je nach Reifungsgrad unterschiedlich lang ist - in der geistigen Welt ankommt, muß man sich das wie folgt vorstellen:

Geht eine Seele hinüber in die geistige Welt, von einem Weiterleben nach dem Tod überzeugt, wird sie beim Erwachen von ihren verstorbenen Angehörigen, Freunden, Lichtboten und anderen geistigen Wesen umgeben sein und begrüßt werden. Sie wird erst denken, sie träumt, aber dann wird sie merken, dies ist ein Traum, der hört überhaupt nicht mehr auf, hier stimmt etwas nicht. Sie wird feststellen, daß sie mit ihren noch lebenden Angehörigen nicht mehr in Verbindung treten kann, daß diese Angehörigen nicht mehr reagieren, wenn sie angesprochen werden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird ihr auffallen, daß eine Veränderung mit ihr vonstatten ging. Und aufgrund ihres Glaubens an ein Leben nach dem Tod wird sie erkennen, daß sie ihren materiellen Körper verlassen hat und jetzt in der geistigen Welt ist.

Geht aber eine Seele in die geistige Welt hinüber, die ein Weiterleben nach dem Tod verneint, so wird sich bei ihr ein ähnlicher Vorgang wie bei der das Leben nach dem Tod bejahenden Seele wiederholen, jedoch gibt es da einen wesentlichen Unterschied. Diese Seele hält alles, was sie jetzt erlebt, für einen Traum. Sie versucht verzweifelt, mit ihren lebenden Angehörigen Verbindung aufzunehmen, was ihr natürlich nicht gelingt. Es verwischen sich immer mehr die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit, sie irrt umher, sie sucht und sucht und findet sich nicht mehr zurecht. Sie lebt in ihrem eigenen geprägten Bewußtsein in der geistigen Welt, ohne es zu erkennen.

Oft hört man, wenn man mit so einer verirrten Seele in Verbindung kommt, durch einen medialen Menschen, ich bin einsam, ich suche meine Familie. Sie können einfach nicht verstehen, daß sie gestorben sind. Diesen Seelen können wir am meisten helfen, indem wir für sie bitten, damit sie sich erst einmal darüber klarwerden, wo sie sind.

Stellen wir uns das so vor, jedes Mal wenn wir für eine Seele beten oder um den Segen bitten, produzieren wir eine Lichtenergie, die diesen Seelen wohl-tut, das kann als Wärme, als ein Gefühl der Geborgenheit, als ein Gefühl der Liebe empfunden werden. Da diese Seelen meist einsam sind, warten sie schon darauf, daß wieder Lichtenergie für sie erzeugt wird, von der sie sich nähren können. Je mehr wir für diese Seelen beten und den Segen erbitten, je aufnahmefähiger, je wacher werden sie, und eines Tages, das kann unzählige Jahre dauern, öffnen sie ihren selbsterzeugten Panzer um sich, und Lichtenergie kann in sie einfließen. Dieser Vorgang ist dann der Beginn ihres Erkennens, und somit kann ihre Läuterung beginnen.

Läuterung kann man erst leben, wenn man weiß, gegen welche Dinge man gefehlt hat, welche Gesetze man nicht beachtet hat. Man darf aber auch hier nicht verallgemeinern und sagen, jeder Mensch, der nicht an das Weiterleben nach dem Tode glaubt, dessen Seele lebt nach dem Übergang in die geistige Welt in der Verwirrtheit, in einem "Nichterkennen". Jeder Mensch, der die Liebe, die Nächstenliebe lebt, erreicht aufgrund der hohen Lichtschwingung und der damit verbundenen Feinstofflichkeit die Sphären der Erkenntnis des Wissens, ohne daß er vorher jemals etwas darüber gehört hat.

Das ist ein inneres Wissen, das ihn den Weg der Liebe gehen ließ, ohne daß er darüber nachdenken mußte oder ein Seminar besuchen mußte über Gott, und dieses innere Wissen wird dann beim Übergang in die geistige Welt freigesetzt. Nun, wie müssen wir uns die Läuterung vorstellen.

Eine Seele in der Läuterung erkennt plötzlich, welch ein Fehlverhalten sie auf der Erde gelebt hat, welch einen Unsinn sie gelebt hat. Dies muß der Seele niemand sagen, sie steht plötzlich in einem Wissen, daß sie ihr vergangenes Leben überschauen kann und ganz klar erkennt, das habe ich falsch gemacht, da habe ich unrecht und da habe ich recht gehandelt. Die Seele wird jetzt zu ihrem eigenen Richter, und oft ist sie ein sehr strenger Richter. Sie ist verzweifelt, sie quält sich darüber, daß sie so viel falsch gemacht hat, oft wider besseres Wissen. Das sind Qualen, die wir uns nicht vorstellen können, viele zerfleischen sich durch Selbstvorwürfe, sie können es nicht fassen, daß sie solch einen Unsinn gelebt haben, ja daß sie ein Leben gelebt haben, ohne voranzuschreiten.

Die Selbstvorwürfe können sich steigern bis ins Unerträgliche, und lange kann dieser Zustand andauern, bevor wieder eine Bewegung nach vorne entsteht, das heißt, viele Seelen bleiben sehr lange im Leid verhaftet. Doch dieses Leid und die Qualen haben einen Sinn, denn die Seele erkennt und lernt durch das Leid.

Diese Erkenntnis speichert sich in der Seele und ist dann die Stimme unseres Gewissens im nächsten Erdenleben. Sehen Sie, Sie brauchen nur auf die Stimme Ihres Gewissens zu hören, auf sonst keine, denn das ist die Stimme, die Ihnen sagt, was richtig ist und was nicht. Verbieten Sie Ihrer Gewissensstimme nie den Mund und lassen Sie das Ego diese Stimme nicht überdecken, sonst wird sie leiser und leiser, und eines Tages, wenn sie nicht mehr beachtet wird, ist sie ganz verstummt.

Wenn nun eine Seele lange genug in der Läuterung verbracht hat und durch das Leid erkannt hat, wird sie von Boten der Liebe angesprochen, und sie sagen:

„Durch das Leid und die Qualen der Selbstvorwürfe hast Du erkannt. Ist das nicht wunderbar, daß Du jetzt weißt, wo Du Fehlverhalten gelebt hast? Wenn Du aber jetzt in dem Leiden weiter verhaftet bleibst, so ist das verschwendete Energie und hält Dich von Deinem Fortschritt ab. Gehe und versuche Deine Erkenntnisse, die Du durch das Leid gesammelt hast, zu verwirklichen.

Nun beginnt für diese Seelen in der geistigen Welt eine Phase der Ruhe und Schulung im Hinblick auf eine künftige Inkarnation. Es werden die Ziele besprochen und abgesteckt, die sich eine Seele dann für die künftige Inkarnation vorgenommen hat. Ich versuche nun einmal an einem Beispiel aufzuzeigen, wie man sich vielleicht eine Stufe der Läuterung auf unser jetziges Bewußtseinbildlich übertragen - vorstellen kann.

Stellen Sie sich einen Fluß vor, der zwei Landschaften voneinander trennt. Auf der einen Seite eine wunderbare, herrliche Landschaft mit schönen Blumen, herrlichen Früchten und fröhlichen, glücklichen Menschen, deren Stimmen weithin zu hören sind. Ein wunderbares, herrliches Licht, das alles in schöne zarte Farben hüllt, überstrahlt

diese ganze Landschaft. Auf der anderen Seite eine karge Landschaft ohne Pflanzenbewuchs, steinig, und alles ist von einem trüben Nebel durchzogen. Es ist still

und unfreundlich, man sieht hin und wieder mürrische Menschen aus dem Nebel auftauchen, die unruhig suchend hin- und herlaufen, es schaut aus, als würden sie Material, Baustoffe suchen.

Das Wasser des Flusses ist auf der Seite der kargen Landschaft trübe und dunkel und voller Reptilien, so daß ein Durchschwimmen des Flußes von dieser Seite unmöglich ist. Auf der anderen Seite ist das Wasser klar und warm, farbige Fische und Pflanzen leben darin, und es ist eine Freude, in diesem Wasser zu baden.

Viele, viele Brücken sehen wir, die alle von der Seite, wo sich die karge Landschaft befindet, gebaut werden und unterschiedlich weit fertiggestellt sind, einige überspannen auch schon den ganzen Fluß.

Auf der kargen Seite ist der Bereich der Läuterung, die Seelen sehen, wie wunderbar es auf der anderen Seite ist und wie schön es sein muß, dort zu leben. Sie können aber noch nicht dorthin gehen. Sie suchen erst in allen Richtungen nach Baumaterial für eine Brücke, aber sie finden nichts, bis sie anfangen zu erkennen, daß sie ja das Baumaterial in sich tragen.

Mit jedem neuen Erkennen erhalten sie neues Baumaterial, und im Laufe der Zeit wird jeder seine Brücke fertigstellen können. Nur, es sind Qualen zu erkennen, wie schön es auf der anderen Seite ist, und man selbst kann noch nicht dorthin gehen, weil man noch an seiner Brücke bauen muß. Das Sehnen nach der anderen Seite kann so stark werden, daß es zu einer geistigen Qual wird. 

Ich hoffe, dieses Beispiel hilft Ihnen, in etwa nachzufühlen, wie man sich Läuterung vorstellen muß. Natürlich gibt es unzählige Stufen der Läuterung, die immer dem Erkenntnisbedarf einer Seele angepaßt sind. Diese Läuterung meinen die Kirchen, wenn sie von Hölle und Fegefeuer sprechen.

Leben wir die Liebe, wenden wir sie in unserem täglichen Leben an, lassen wir uns nicht durch Rückschläge, die wir immer wieder erleben werden, entmutigen. Wenn wir das tun, brauchen wir keine Angst zu haben, daß wir auf der falschen Seite stehen, denn dann bringen wir schon unsere Brücke mit, wenn wir in die geistige Welt gehen.

 

 

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Wilhelm Horn (Inhaber dieser Seite) ist am 26.10.2013 nach langer und schwerer Krankheit verstorben.