Erneuerung / Neubeginn

Nächste Woche ist Weihnachten, das Fest der Liebe und des Friedens. Ein Fest des Friedens und der Liebe ist es nicht für alle Menschen, denn viele, viele Menschen haben den Sinn dieses Festes immer noch nicht erkannt oder aber die Bedeutung dieses Festes in ihrem Bewußtsein verdrängt. Für viele ist es ein Fest des Konsums geworden.

Die Menschen glauben durch große und wertvolle Geschenke ihr Defizit an Liebe und nicht gezeigten Gefühlen, also unterdrückten Gefühlen, zu diesem Fest ausgleichen zu können. Sie erscheinen mir wie eine Konservendose, deren Inhalt das ganze Jahr vor sich hin gärt und an Weihnachten soviel Druck und Gase in dieser Dose entstanden sind, daß sie aufreißt, ja förmlich explodiert und ihren Inhalt über die Mitmenschen in Form von großen Zuwendungen und Gefühlsorkanen ergießt.

Weihnachten soll uns daran erinnern, daß zu dieser Zeit, vor knapp zweitausend Jahren, Jesus geboren wurde, der uns die Lehre von der allumfassenden Liebe und Vergebung Gottes brachte. Sein Auftrag war, uns zu lehren, daß die Liebe, die Nächstenliebe, der Weg ist, der uns zurück zu Gott führt und uns dauerhaften Frieden und Harmonie auf dieser Erde bescheren wird.

Daß wir diesen Frieden auf unserer Erde bis heute noch nicht erreichten, liegt nicht an der Lehre Jesu, sondern daran, daß wir nach seiner Lehre nicht in dem Maß leben, wie es wünschenswert wäre. Wenn wir uns heute in der Welt umschauen, müssen wir leider feststellen, daß die Mehrheit der Menschen die Botschaft Jesu, die doch so einfach und klar war, nicht verstanden haben und deshalb diese Auseinandersetzungen, diese Not, diese Unzufriedenheit, diese Intoleranz auf der Erde vorherrschen.

Oder liegt es daran, daß die Botschaft Jesu vielen zu einfach ist. Was wird alles angepriesen heute, wie viele Richtungen entstehen, die alle den einzigen und wahren Weg zu Gott anpreisen, für viel Geld nach dem Motto, was viel kostet, muß auch gut sein. Und so gibt es Menschen, die umherirren, alles mitnehmen möchten, was auf diesem Gebiet angepriesen wird und nicht erkennen, daß es Ablenkungsmanöver sind von dem Eigentlichen. Vielleicht tun sie das auch, weil es ja einfacher ist, sich mit Wissen vollzustopfen, überall herumzureisen und zu suchen, als die Liebe und Vergebung tätig zu leben. Mir gehen oft die Worte Jesu durch den Kopf: "Und dann wird eine Zeit kommen, wo viele aufstehen und sagen, hier gehts lang, nein dort geht es hin, und viele Menschen werden verwirrt sein."

Einen weiteren Satz Jesu möchte ich noch anfügen, weil er noch klarer aussagt, wo wir suchen müssen "sucht nicht den Himmel da oder dort, in Euch müßt Ihr den Himmel suchen." Denken wir einmal nach: Wie hat denn Jesus seine Botschaft überbracht, das tat er nicht, indem er Vorträge hielt und Wissen weitergab, nein er lebte vor, und viele erkannten die Wahrheit seiner Lehre, weil er Beispiel für das war, was er verkündete, er lebte vor.

Seine Lehre war so einfach, daß man sie in dem Satz zusammenfassen kann, liebet Euren Nächsten wie Euch selbst. Überlegen Sie einmal was wir Menschen aus diesem Satz alles gemacht haben. Dieser Satz sagt alles aus, nämlich wenn Ihr Euren Nächsten nicht lieben könnt, so könnt Ihr auch nicht Gott lieben, der ja auch in Eurem

Nächsten ist, und wenn Ihr Euch selbst nicht lieben könnt, so könnt Ihr auch nicht Gott lieben, weil er auch in Euch ist.

Jetzt verstehen wir auch die Worte, die uns oft aus der geistigen Welt vermittelt werden und die da lauten: Wenn Ihr nur einen ausschließt, könnt Ihr nicht die Liebe leben. Diesen Satz sollten wir uns als Leitsatz ganz stark in unser Bewußtsein einbrennen.

Was kann nun das Weihnachtsfest für uns sein, es können Tage der Rückerinnerung an die Botschaft Jesu sein, es kann immer wieder für uns ein Neubeginn, eine Erneuerung sein, wo wir das Alte, was uns an uns noch mißfällt, abstreifen und wieder ganz von vorne anfangen. Es kann sein der Anfang unserer Arbeit im Sinne der Botschaft Jesu.

Niemand hindert uns an einem Neubeginn, nur wir uns selbst, wir haben einen freien Willen, das größte Geschenk, das Gott uns gab, und können immer und immer wieder entsprechend unserer Erkenntnisse Dinge verändern, so daß sie sich für uns positiv entwickeln. Und weil wir diesen freien Willen haben, sind wir auch für uns verantwort-

lich und können nicht die Schuld für ein schlechtes Leben oder bestimmte Lebenssituationen unseren Partnern oder Mitmenschen geben.

Wir sind jederzeit in der Lage, frei zu entscheiden, was wir für uns möchten.

Wenn wir aber Dinge tun, die uns unsere Partner oder Bekannten aufdrängen wollen, so können wir nicht, wenn es dann für uns unangenehm wird, sagen, ich wollte das nicht. Wir können auch nicht sagen, immer nur das gemacht, was du wolltest, und mein Leben nicht so gelebt, wie ich wollte. Wir können höchstens sagen, meine Willenskraft war zu schwach, so daß ich meinen freien Willen nicht durchsetzen konnte, oder es war mir bequemer, andere für mich entscheiden zu lassen, andere für mich das Risiko tragen zu lassen. In beiden Fällen sehen wir zwar unsere Schwächen, neigen aber dazu, Schuld zuzuweisen, statt zu erkennen, daß wir genau diese Willens

schwachheit, Entscheidungslosigkeit in diesem Leben ändern wollten. Wenn wir unseren freien Willen dazu nutzen, auf dem Weg zu Gott voranzuschreiten, so können wir jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde uns erneuern, einen Neubeginn haben. Wir können zum Beispiel, wenn in uns Gedanken des Neides, des Zornes oder der Unzufriedenheit entstehen, unseren freien Willen dazu benutzen, diese Gedanken abzuwehren, aufzulösen, nicht festzuhalten. Wir können unseren freien Willen dazu benutzen, unser Ego kleiner werden zu lassen, uns mehr mit uns selbst zu beschäftigen, eigene Fehler zu erkennen und abzubauen, als Fehler der anderen aufzulisten.

Wir können unseren freien Willen dazu benutzen, die Vergebung zu leben, unsere Wahrheit zu sagen, zu etwas zu stehen, eine Meinung zu vertreten. Es ist auch nicht so wichtig, daß wir immer Dinge tun, die uns nach außen Ansehen und Anerkennung bringen, nein, häufig sind es die kleinen Dinge, die wichtig sind. Wir sollten bei allem, was wir tun, darauf achten, daß wir uns in die Augen sehen können, ohne die tadelnde Stimme unseres Gewissens zu hören. Überlegen wir einmal, es ist die Stimme Gottes, die wir hören, und es sind die Augen Gottes, die uns sehen. Aber denken wir auch daran, was immer wir tun und als Fehler empfinden, wir können uns auf die immerwährende Vergebung Gottes verlassen.

Was wir dazu tun müssen, ist, uns den Fehler selbst vergeben und versuchen, nicht immer wieder in dieselben Fehler zurückzufallen. Wenn wir das tun, dann gehen wir immer wieder einen Schritt vorwärts, und es ist für uns immer wieder ein Neubeginn auf dem Weg zum Licht.

Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, warum Jesus sein ganzes Leben darauf verwendete, uns die Liebe vorzuleben? Er wollte uns zeigen, daß es möglich ist, in der Liebe zu leben, auch wenn man vielen Anfechtungen ausgesetzt ist. Aber er wollte uns auch aufrütteln, damit wir erkennen, daß ohne Liebe der Weg zu Gott nicht zu gehen ist. Was bewirkt nun die Liebe in uns, und warum ist es die Schwingung, die uns erhebt, verändert, uns Gott näherbringt ?

Die Liebe, wir sprechen von der Nächstenliebe, ist der Inbegriff einer harmonischen Schwingung, in ihr sind enthalten die Schwingungen der Hilfe, des Verständnisses, der Freude, des Friedens, der Güte, der ich habe Zuwendung, der Zufriedenheit, der Harmonie, der Vergebung usw. Es ist also eine Schwingung, die mit der Schwingung des Universums in Resonanz kommt, weil sie der kosmischen Schwingung, alles im

Gleichgewicht, alles in Harmonie zu halten, entspricht.

 

Wenn ich in meinen Seminaren erkläre, daß die Liebe der einzige Weg ist, der uns zu Gott führt, so höre ich oft, dieser Begriff sei abgedroschen, überstrapaziert, und viele versuchen diesen Begriff zu umgehen, indem sie anstelle des Wortes Liebe andere Begriffe verwenden. Es liegt wohl an uns Menschen, die einfachsten Dinge  hochzustilisieren, aufzubauschen, weil wir glauben, daß sie dann mehr Wertigkeit bekommen, mehr aussagen. Aber es gibt kein Wort, das den BegriffLiebe ersetzen kann, ich möchte Ihnen dazu ein Beispiel geben. Stellen wir uns die Liebe vor wie einen großen Planeten, der von vielen kleinen Planeten, wobei jeder dieser kleinen Planeten für eine Eigenschaft steht, die ich als einen Bestandteil der Liebe gerade aufgezählt habe, umgeben ist. Jetzt werden wir auch erkennen, daß ich das Wort Liebe nicht durch ein anderes Wort ersetzen kann.

Ich kann nicht einen die Liebe umgebenden Planeten mit der Eigenschaft Güte benennen und damit das Wort Liebe ersetzen und umgehen. Lassen Sie mich noch etwas zu der Wirkung der Liebesschwingung sagen: Unser Geist ist der Ausdruck Gottes, da wir uns beim Geisterfall von Gott abgewendet haben, erlebten wir Verdichtung bis zur Grobstofflichkeit. Nun benötigt der Geist die Seele, die es ihm wieder ermöglicht, zurück zum Vater zu gehen, wenn sie so wollen, ist die Seele das Gewand des Geistes, das ihn auf dem Weg zum Vater kleidet. Wenn wir am Beginn unseres Weges zu Gott stehen, ist dieses Gewand der Seele noch sehr sehr dicht gewebt, so daß der Geist, das Licht nicht nach außen dringen kann. Je mehr wir nun erkennen, wie wir leben sollen und es natürlich auch leben, wird das Licht in uns heller, das Gewand der Seele durchsichtiger, und immer mehr Licht dringt nach außen.

Da nun die Liebe die einzige Schwingung ist, die Licht bündelt, je mehr wir sie leben, desto stärker wird es gebündelt, wird das Licht des Geistes immer stärker das Gewand, die Seele durchdringen.

Und eines Tages wird das Licht in uns so stark sein, daß es die Seele durchstrahlt und auflöst, also das Licht wird frei und kehrt zurück zu Gott, in das kosmische Bewußtsein. Jetzt sind wir wieder frei und benötigen nicht mehr das Gewand der Seele. Wir erkennen jetzt auch, was die Liebe in uns bewirkt und daß uns niemand dabei helfen kann, den Lichtprozeß in uns zu vollziehen, das müssen wir ganz alleine tun.

 

Mögen wir es nennen, wie wir wollen, es bleibt die Liebe, die wir leben sollen, um unsere Vollkommenheit zu erzielen. Jetzt können wir doch auch erkennen, daß Wissen alleine den Vorgang der Liebe nicht ersetzen kann, es kann allenfalls eine Krücke sein auf dem Weg zur Liebe, um zu erkennen.

 

 

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Wilhelm Horn (Inhaber dieser Seite) ist am 26.10.2013 nach langer und schwerer Krankheit verstorben.