Der Weg zu Gott

Viele Menschen glauben, daß nur sie den rechten Weg zu Gott kennen und alle anderen Menschen auf Irrwegen gehen.

Das äußern Sie dann auch bei jeder Gelegenheit, indem sie sagen; wir sind auf dem richtigen Weg, und die anderen sind noch nicht so weit. Welch eine Überheblichkeit beinhalten diese Worte!

Ich möchte dies heute zum Anlaß nehmen und versuchen zu erklären, welcher Weg ist denn nun der richtige?

Ich werde oft gefragt: Wo ist der Weg zu Gott, was muß ich tun, um den Weg zu Gott zu finden?

Weitere Fragen lauten: Welches Wissen ist notwendig für diesen Weg, welche Rituale, welche Übungen muß ich durchführen, damit ich Gott erkenne, Gott finde. Muß ich mich mit jeder Religionsrichtung befassen, muß ich Seminare besuchen, um den Weg zu Gott zu erkennen? Stimmt es, daß Jesus in Indien gelebt hat? Ist es wichtig, eine bestimmte farbliche Reihenfolge beim Tragen der Bekleidung gemäß den Empfehlungen bestimmter Gruppierungen zu beachten? Muß ich mich fleischlos ernähren? Welche Nahrungsmittel soll ich vermeiden? Gibt es Nahrungsmittel, die sich nachteilig auf meinen geistigen Weg auswirken?

Ich könnte den Fragenkatalog noch um viele, viele Fragen erweitern, um aufzuzeigen, wie schwer sich die Menschen tun, wie kompliziert sie es sich selbst machen.

Es gibt Menschen, die leben die Tugenden nach Tagen geordnet. Am Montag die Liebe, am Dienstag den Glau- ben, am Mittwoch den Frieden und schweben dabei schon so hoch, daß sie glauben, sie wären freiwillig auf die Erde gekommen, um anderen zu helfen. Leider vergessen sie dabei das, was sie wissen, tätig zu leben.

Ich möchte es einmal ganz deutlich sagen, es gibt Tausende Wege zu Gott, und so wie kein Blatt dem anderen genau gleicht, sowenig gleichen sich die Wege der Menschen zu Gott. Der Weg ist immer abhängig von dem Lemprozeß, den ein Mensch auf dieser Erde zu vollziehen hat, und der letztendlich auch der Grund für eine Inkarnation ist. Bestimmte Eigenschaften sind aber notwendig für jeden Menschen, um den Weg erfolgreich gehen zu können.

So, wie ein Blatt an einen Ast und der Ast an einen Baum gebunden ist, und das ganze vom Licht der Sonne abhängig ist, um zu entstehen, zu reifen, so ist unser Reifen zu Gott davon abhängig, wie stark wir auf ihn vertrauen, an ihn glauben, in welchem Maße wir die Nächstenliebe praktizieren und wie stark wir uns im Gebet mit Gott verbinden können. Das sind die Grundbedingungen, unser Lebensrahmen kann dabei aber so vielfältig und unterschiedlich von anderen Menschen sein, wie die Blätter eines Baumes unterschiedlich sind, obwohl sie dem gleichen Baum angehören und vom gleichen Licht der Sonne genährt werden. Unter diesem Gesichtspunkt müssen wir doch erkennen, daß wir auf keinen Menschen einwirken dürfen, um ihn in unsere Richtung zu führen. Wir müssen ihm seinen Freiraum lassen. Er muß seinen freien Willen gebrauchen können, um selbst zu entscheiden. Es genügt vollkommen, wenn wir einen Menschen aufklären, aber nur wenn er es wünscht, daß die drei Grundpfeiler des Weges zu Gott sind: der Glaube, die Liebe und das Gebet. Wie er diese Grundpfeiler dann auf seinem Weg lebt, liegt ganz alleine in seinem Ermessen. Vielleicht müssen manche Menschen Umwege gehen, um etwas zu erkennen und im Glauben fester zu werden. Würden wir sie in unsere Richtung drängen, kommen sie vielleicht nie zu der Glaubensüberzeugung, weil ihnen ein wesentlicher Baustein der Eigenerfahrung fehlt.

Nun gibt es viele Menschen, die glauben, Wissen sei für den Weg zu Gott Voraussetzung. Dazu habe ich mich auch einmal gezählt. Heute bin ich froh, daß ich meine Meinung aufgrund eigener Erfahrungen im wesentlichen revidieren konnte.

Wissen ist gut, aber zuviel Wissen kann blockieren, weil man nicht mehr so recht erkennen kann, was eigentlich nun von dem Gesamtwissen das Wichtigste und was Ballast ist.

Es gibt Menschen, die alles, was sie einmal erlesen, auf Seminaren erlernt haben auch anwenden möchten, damit ihnen ja nichts fehlen mag, wenn sie heute in die geistige Welt zurückgehen. Sie sind dann so mit der Anwendung dieses Wissens, medialer Übungen, Gebets- übungen beschäftigt, daß sie am eigentlichen Leben vorbeigehen. Nach einer gewissen Zeit fehlt ihnen die Tiefe der Verbindung, alles gerät zur Routine und verfehlt damit seinen Zweck. Es gibt Menschen, die legen sich Zwänge auf, kasteien sich, raten von bestimmten Nahrungsmitteln ab und glauben, daß sie besonders nahe bei Gott stehen.

Ich selbst habe viele Seminare besucht und erlebt, was so manche Seminarleiter von sich geben. Drei Beispiele dazu mögen genügen. In einem Seminar wurde gelehrt: - daß Rauchen die geistige Führung von ihrem Schutzbefohlenen abhält, - daß der Genuß von Knoblauch ebenfalls den Kontakt mit der geistigen Welt erschwert, bzw. ganz verhindert, - daß die geistige Welt uns am allerbesten versteht, wenn wir hoch deutsch sprechen. Wie arm wären dann die Raucher dran, aber auch die, die mit Rauchern zusammenleben, wenn sie während der Zeit des Rauchens ohne geistige Führung auskommen müßten. Wie würde es in allen östlichen Ländern aussehen, wo Knoblauchge- nuß an der Tagesordnung ist? Diese Menschen müßten ja gänzlich ohne geistige Führung auskommen, ob sie das vor ihrer Inkarnation wohl gewußt haben?  

Was nur zu denken gibt, ist, daß gerade in den östlichen Ländern große Weisheitslehrer lehrten und wirkten.

Wie viele Menschen hätten Probleme sich mit der Geistigen Welt zu verständigen, weil sie einen Slang, bzw. Plattdeutsch sprechen. Ich glaube, weitere Beispiele brauche ich Ihnen nicht zu geben, damit Sie erkennen, welch unsinnige Regeln manche Menschen ersinnen, bzw. behaupten, die geistige Welt habe es ihnen gesagt.

Manche Menschen müssen alles schwierig und kompliziert haben, einfach ist es ihnen zuwenig. Gott hat uns zehn Gebote gegeben. Schauen Sie an, was wir daraus gemacht haben, und wir sind mit den Änderungen und Ergänzungen immer noch nicht am Ende.

Ich selbst habe in vielen Seminaren erfahren, zu welchen Regeln sich Menschen versteigen können, wieviel Geld manche Menschen für Seminare ausgeben, nur weil sie glauben, irgend jemand könnte ihnen den Weg zu Gott tafelfertig servieren. Für mich waren diese Seminare insofern lehrreich, daß ich erkannte: a) wie ich es nicht machen möchte b) daß es vollauf genügt, Menschen in einem halb- bis ganztägigen Seminar all das zu vermitteln, was hilfreich sein kann, den Weg zu erkennen. Gehen muß ihn jeder alleine. Man kann die Menschen zum Brunnen führen, trinken müssen sie selbst. Natürlich kann man durch bestimmte Verhaltensweisen, ich denke an Joga, an meditative Übungen, an fleischarme Ernährung, eine harmonische Schwingung in sich erzeugen, offen werden für den göttlichen Weg.

Aber denken wir daran, es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, mancher kann sich schon durch einen Spaziergang in der Natur in eine harmonische Schwingung bringen. Diese Hilfsmittel alleine bewirken aber keinen Fortschritt, Fortschritt bedeutet ein tätiges Leben in der Liebe, die Liebe vorleben. Alles auf einen Nenner gebracht kann man sagen: Jeder Mensch, der die Liebe lebt, ist auf dem richtigen Weg, ob er es weiß oder nicht. Ja, oft ist der sogar weiter, der nichts weiß, weil er die Liebe aus sich heraus, aus einem inneren Wissen heraus lebt und weniger, weil er muß oder aus Berechnung, um Punkte zu sammeln.

Wenn wir: - die Nächstenliebe leben, - uns im Gebet mit Gott verbinden, - über niemanden urteilen, auch nicht in Gedanken, .. Toleranz üben gegenüber jedem Mitmenschen, - den freien Willen anderer nicht einschränken, - dann sind wir genau auf dem richtigen Weg, und es ist unwichtig, wieviel Wissen wir uns angeeignet haben und welcher Religions gemeinschaft wir angehören. Betrachten wir die Geschichte Jesu, den viele Menschen als Vorbild sehen.

Hat er eine Wissenschaft aus seiner Mission gemacht?

Nein, er hat es so erklärt, daß jeder ihn verstand.

Hat er über Hierarchien gesprochen, hat er den Menschen die himm- lischen Verwaltungen erklärt, hohe Geistwesen vorgestellt in ihrer Funktion? Ich glaube, das hat er mit Absicht nicht getan, weil es die Menschen mehr verwirrt und unsicher macht, als daß es Klarheit schafft.

Er hat davon gesprochen, wie die Menschen leben sollen, wie sie miteinander umgehen sollen. Das hat er einfach und verständlich getan, weil das für ihn das Wesentliche war. Ich glaube auch, Jesus kannte die Menschen sehr gut und wollte nicht, daß sie über Hierarchien und himmlische Verwaltung streiten, sich die Köpfe heißreden und dabei doch so wenig erreichen und die wichtigen Dinge dabei übersehen.

Leben wir die Liebe, üben wir Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen. Akzeptieren wir ihren freien Willen, das ist für uns der kürzeste Weg zur Vollkommenheit.Und lassen Sie mich noch einen Satz aus der geistigen Welt wiedergeben:

"Was nutzt es Euch, wenn ihr 1000 Bücher lest und nicht die Liebe lebt..."

 

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Wilhelm Horn (Inhaber dieser Seite) ist am 26.10.2013 nach langer und schwerer Krankheit verstorben.