Alleine sein

Heute möchte ich einmal über das Alleinsein, das Verlassen sein sprechen. Ich tue das aus aktuellem Anlass und aufgrund einer Eigenerfahrung.

Wie Sie wissen, war meine Frau aufgrund einer Fußverletzung im April 1991 für etwa 14 Tage im Krankenhaus.

Es war keine lange Zeit, aber für mich war sie sehr lange. Ich habe zum ersten Mal so richtig begriffen, was es heißt, alleine zu sein, Dinge tun zu müssen, die ich vorher nie getan habe und die mich auch wenig interessierten.

Und ich habe noch eine Erfahrung gemacht: Dinge, die der Partner täglich tut, wie einkaufen, kochen, waschen, putzen, die Wohnung instandhalten usw., die einem sonst kaum auffallen und als nicht so bedeutend und aufwendig erachtet wurden, gewinnen plötzlich erheblich an Stellenwert, wenn man sie selbst tun muss.

Man erkennt plötzlich, wie viel doch der Partner getan hat, ohne große Worte darüber zu verlieren, und dass man selbst mit seiner Arbeit im Vergleich dazu eigentlich auch nicht mehr getan hat, auch wenn man bislang anderer Meinung war.

Sie sehen, wie eine sogenannte Zwangstrennung auch ihre Vorteile haben kann. Man denkt nämlich über viele Dinge nach, man erkennt und kann ändern, man sieht die Schatten und erkennt das Licht.

Verlassen und einsam sind wir aber auch, wenn wir Gott nicht erkennen wollen, wenn wir glauben, wir kämen ohne Gott aus, wenn wir die materiellen Dinge über Gott stellen. Viele haben ihren eigenen Gott, nämlich Geld, Besitz, und Gier nach Konsum, nach Ausschweifung und fleischlicher Lust. Verstehen Sie mich recht, ich möchte nicht die weltlichen Freuden und die materiellen Dinge verteufeln, nein, sie gehören zum Leben dazu.

Nur muss man das richtige Maß haben und die Dinge nicht übertreiben und einseitig betrachten, sondern alles im Zusammenhang sehen.

Die geistige Welt sagt, Ihr sollt mit Freuden über diese Erde gehen. Das heißt, wir sollen auch die weltlichen Dinge genießen, uns daran erfreuen und keine Betbrüder oder Lebensmuffel werden. Wir müssen immer das rechte Maß halten, Einseitigkeit blockiert und lässt die anderen Dinge verkümmern.

Das rechte Maß haben wir immer dann, wenn wir im Einklang mit Gott leben, wenn wir um die geistigen Gesetze wissen. Wenn wir verstehen, wie die Schwingungen von Gedanken wirken, wie sie uns und unsere Umwelt prägen und wie sie sich auswirken auf unseren geistigen Fortschritt.

Wenn wir mit Gott leben, verläuft unser Leben in Harmonie, in einer tiefen, inneren Freude, die lebensbejahend und nicht mit den kurzzeitig auflodernden Freuden und Lustgefühlen zu vergleichen ist, die uns weltliche Genüsse gewähren.

Tiefe Depressionen, Lebensangst, Nachholbedarf weltlicher Freuden, zeigen, dass der Mensch seine Harmonie und Ausgeglichenheit verloren hat, dass er sich von Gott entfernt hat, dass er Gott nicht vertraut,

nichts zutraut, ihm weniger Macht einräumt als den materiellen Dingen dieser Welt. Wie viele Menschen sagen, ich glaube nur an das, was ich sehe, an sonst nichts. So leben sie dann auch an den wahren Dingen vorbei, verehren nur das, was Form hat und glauben nur das, was sie mit ihren weltlichen Augen sehen.

Ihre geistigen Augen sind blind (haben sie geschlossen), die Stimme ihres Gewissens haben sie abgeschaltet, ihr das Wort verboten. Es lebt sich ja auch viel bequemer, wenn man nichts zu beachten hat und nur das zählt, was unser Ego will. Sollte man im Alter einmal nicht mehr ganz so fit sein oder krank werden, kann man sich ja immer noch an Gott erinnern, vielleicht gibt es ihn ja doch, oder? Dann fällt es ja auch nicht mehr sehr schwer, nach Gottes Gesetzen zu leben, man ist müde, krank und hat keine Lust mehr an den Ausschweifungen der Welt. Man hat ja alles in vollen Zügen genossen, jetzt hat man Zeit für Gott, jetzt darf er zu Wort kommen.

Ein Gott, der so lange stillhalten musste, in der Versenkung bleiben musste, solange es uns gutging. Jetzt, wo es nicht mehr so gut geht, kann man es ja mit ihm versuchen, vielleicht hilft es, wenn nicht, kann es auch nichts schaden. Wer so denkt und handelt, darf sich nicht wundern, wenn Gott schweigt, so wie er jahrelang Gott nicht zu Wort kommen ließ, ihn nicht beachtet hat.

Gott steht nicht auf dem Sprung und wartet, bis wir ihn rufen, er muss uns nicht auf Kommando helfen.

Leben wir mit Gott, damit wir nicht verlassen und einsam sind in diesem Leben. Denken wir daran, nicht Gott verläßt uns, sondern wir verlassen Gott, wenn wir ihn nicht anerkennen, nicht an ihn glauben, nicht nach seinen Gesetzen leben. Gott ist immer in uns, und er ist immer bereit, uns wieder aufzunehmen, wenn wir uns ernstlich und aus Überzeugung um ihn bemühen.

Manchmal bäumt sich unsere Seele auf, wenn wir uns immer weiter von Gott fortbewegen, sie sagt: "Bis hierhin und nicht weiter." Die Folge: Es kann eine Krankheit kommen, die uns zur körperlichen Untätigkeit zwingt und uns Zeit zum Nachdenken bringt, zum Nachdenken über unser vergangenes Leben, zum Nachdenken über Gott, Zeit zur Hinwendung zu Gott.

So kann auch Krankheit für manchen von uns als ein Neubeginn in seinem Verhältnis zu Gott angesehen werden. Vertrauen und bauen wir auf Gott, lassen wir uns von Gott führen, erkennen und befolgen wir seine Gesetze, dann sind wir behütet unser ganzes Leben lang, auch dann, wenn wir schwere Zeiten zu durchstehen haben.

Leben wir die Liebe und vertrauen wir auf Gott!

 

 

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Wilhelm Horn (Inhaber dieser Seite) ist am 26.10.2013 nach langer und schwerer Krankheit verstorben.